Tanztheater mimecorporel
Willkommen > Mime corporel

Mime corporel


über das Bewegungstheater nach Etienne Decroux (1898-1991)



>>Die Mime ist die Essenz des Theater, das ein Unfall der Mime ist<<
 (E. Decroux)
  
Die mime corporel, eine eigenständige theatralische  Ausdrucksform und Bewegungslehre, ist keinesfalls mit der Pantomime oder dem gestischen Agieren eines Schauspielers zu verwechseln. Sie will weder Worte durch Gesten ersetzen, noch Realität naturalistisch nachahmen, noch Sprache illustrieren.
Vielmehr handelt es sich in der von Decroux im frühen 20. Jahrhundert entwickelten Darstellungstechnik um eine Theaterform, deren alleiniges Instrument der Körper des Akteurs ist.
Im Kontrast zum Modernen Tanz charakterisiert sich die Mime in ihrer Vollendung als Bewegung  auf der Stelle, allein konstituiert durch das Spannungsverhältnis der Körperteile zueinander.
Der Tanz dagegen besteht in fließender Bewegung, die die Auseinandersetzung des Körpers mit dem Bühnenraum, die Interpretation von Musik bestimmt.

Die Renaissance des Körpers als Theatermedium, von den Klassischen Theateravantgarden seit der Jahrhundertwende reflektiert und bis heute von zentraler Bedeutung für die Darstellenden Künste, brachte neben dem Modernen Tanz, der Auseinandersetzung von Theaterregisseuren
mit der Biomechanik und anderen Beispielen dieser paradigmatischen Verschiebung der Darstellungskraft zugunsten der Physis, auch die Reform der Mime hervor. Ihre bisherige auf mimesis, auf naturalistische ,,Nachahmung´´ durch Körperbilder, wurde aufgegeben zugunsten sinnlicher Schauerlebnisse metaphysischer Aussagekraft, die völlig neue Anforderungen an die 
Körpertechnik derMimen stellten. Als Etienne Decroux Schauspielschüler bei Jacques Coupeau war, überzeugte ihn dessen Schulungsmethode, die durch den Einsatz von neutralen Gesichtsmasken die Ausdruckskraft des Körpers intensiviert. Fasziniert von der Erkenntnis, dass der Schauspieler allein durch körperliche Ausdruckskraft jedes gewünschte Thema dramatisch darstellen kann, widmete er sich fortan der Methodisierung und Systematisierung einer entsprechenden Darstellungstechnik- der mime corporel.

                                                                                   
Die >>mime<< hat sich in den bedeutendsten Zentren ihrer Verbreitung – vor allem in Frankreich und Holland – zumeist im nicht oder gering staatlich subventionierten Bereich etabliert. Dies ist - oder vielmehr war - durch die besonderen Konditionen des Genres bedingt, das einen unmittelbaren Kontakt mit dem aktiven Zuschauer anstrebt. Moderne Licht und Bühnentechnologie hat jedoch die Spezifität des Schauerlebnisses „mime“ einem größeren




                              




Auditorium nahe bringen können - und fließt in die künstlerische Arbeit der Mimen ein. Dies entspricht auch der Philosophie der Schule, die den Mimen als schöpferisch Tätigen, nicht lediglich als Interpreten definiert. Die „mime“ ist also eine flexible Kunstgattung, in der Einflüsse der Zeit sichtbar werden: wie im Tanz werden auch in ihr technologische Entwicklungen, individuelle Varianten und „Schulen“ der Technik reflektiert. Als synästhetisch-theatralische Darstellungsform ist der Weg der „mime“ freilich noch weit. Die „Essenz des Theaters“ ist weltweit keinem Massenpublikum, sondern nur einem eigenwilligen und sehr individuellen Kreis ein Begriff: denen, die über die Schnittstelle eines Theaters, das Mime und Pantomime, Tanz, Theater und Musiktheater vereint, reflektieren : die traditionellen „Gesamtkunstwerker“ und die aktuellen Utopisten… und alle, denen es Spaß macht!
   


Mime corporel als „Freie“ Kunst ein traditionelles Genre des Off- Theaters

Auch den theatralischen Rahmen der Mime hat Decroux geprägt: durch seine geringen finanziellen Mittel gleichermaßen wie durch das ungewöhnliche, intime Seherlebnis, das einen aktiven Zuschauer verlangt, war die Mime als Genre von Beginn an für ein kleineres Auditorium prädestiniert. Sie hat sich in den bedeutendsten Zentren ihrer Verbreitung vor allem in Frankreich und Holland zumeist im nicht oder gering staatlich subventionierten Bereich etabliert.

                                                                              


Moderne Licht und Bühnentechnologie hat jedoch die Spezifität des Schauerlebnisses „mime“ einem größeren Auditorium nahe bringen können und fließt in die künstlerische Arbeit der Mimen ein. Dies entspricht auch der Philosophie der Schule, die den Mimen als schöpferisch Tätigen, nicht lediglich als Interpreten definiert.