Tanztheater mimecorporel
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La danse du roi



Die Reise
Elias Isseri reiste im März 2006 nach Algerien, um in der gebirgigen Kabylei die farbenprächtigen Frauenkleider der Ureinwohner des Maghreb, der Berber, zu besorgen. Er flog anschließend nach Tamaraset, in die südalgerische Wüste des Hoggar, wo er von der Gastfreundschaft der Tuareg fasziniert war, einer Volksgruppe, die, wie die Berber, ebenfalls von den heutigen Offiziellen Algeriens nicht immer akzeptiert wird. ( E. Isseri hat es am eigenen Leibe erfahren, als er, bekleidet mit einem dieser malerischen Tuareggewänder, die er in der Wüste erstanden hatte, in Algier beschimpft und verspottet wurde.)

„ Ich verbrachte die Nacht in der Wüste, fast allein unter freiem Himmel, völlig abgeschnitten von jeglicher Zivilisation – um mich herum nur Sand und Felsen. Ich erlebte unwirklich – beängstigende Momente, als sich in der Dunkelheit die Felsen und Steine in überlebensgroße Tiere, Menschen oder Monster zu verwandeln schienen.“

Wie für Mohammed Dib hat der rötliche, scharfkörnige Wüstensand für Elias Isseri eine magisch – symbolische Bedeutung, aber auch eine persönlich- emotionale, weil sein Cousin und enger Jugendfreund Sidhamed Raissi dort mit dem Flugzeug  tödlich verunglückt ist. Und so lässt er dann auch  gegen Ende seines Theaterstücks den unter größten Schwierigkeiten aus dem Hoggar  mitgebrachten Sand auf die Bühne rieseln, wie aus einer überdimensionierten Sanduhr, die Werden und Vergehen, Tod und Geburt, einen immerwährenden Kreislauf des Lebens anzeigt.